Seebühne spielt Brecht-Einakter

02. März 2010
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Drei Einakter von Brecht stehen heuer auf dem Programm der Seebühne: „Er treibt den Teufel aus“, „Die Kleinbürgerhochzeit“ und „Der Fischzug“. Der Uttinger Gemeinderat hat in der jüngsten Sitzung zugestimmt, dass die Seebühne aufgebaut wird.

Im Wasser soll ein Podium in rechteckiger Form (zehn auf sechs Meter) errichtet werden, in der Seeanlage eine Tribüne mit etwa 370 Sitzplätzen. Schneezäune sperren das Gelände ab, welches noch vier Buden und frei Wägen enthält. Die Veranstaltungen enden um 22.30 Uhr, Lautsprecher werden nicht verwendet. Gespielt wird vom 21. Juli bis 7. August, der Aufbau beginnt am 1. Juli. gesamten Beitrag lesen »

In Utting notiert

02. März 2010
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Die Ortsgestaltungssatzung galt es in der Sitzung auch zu diskutieren: Ein Baugesuch für ein Einfamilienhaus mit Büro in der Maria-Theresia-Straße auf einem Grundstück, das sich gerade noch innerhalb des Satzungsumgriffs befindet. Einstimmige Meinung war, dass keine Ausnahme genehmigt werden sollte. Ein Türmchen an das Gebäude zu bauen, widerspricht nach Auffassung des Gemeinderates nicht der Satzung. In Utting gebe es eine Tradition der Türmchen: Steinhauser Haus, früher am Rathaus, ein Gebäude in der Hofstatt. Das geplante Türmchen darf aber kein Flachdach erhalten, es muss mit Zeltdach gebaut werden. gesamten Beitrag lesen »

Betonskulpturen bekommen Gnadenfrist

28. Februar 2010
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Gemeinderat setzt Beseitigungsbeschluss aus

480 Uttinger unterschreiben Antrag für Erhalt der Kunstwerke im Summerpark

Von Armin Greune Utting
Die unendliche Geschichte um die erst unerwünschte, nun angeblich vom Volk geliebte Betonkunst im Uttinger Summerpark geht in die nächste Runde. Am Donnerstag entschied der Gemeinderat mit acht gegen sieben Stimmen, den Beseitigungsbeschluss für die drei Skulpturen bis auf weiteres auszusetzen. Nachdem 480 Bürger einen Antrag für den Erhalt unterzeichnet haben, sollen die Uttinger Zeit für eine Diskussion des Themas erhalten - an deren Ende ein Bürgerentscheid stehen könnte. 
Wie berichtet, waren Bernd Dudeks “Ei”, “Herz” und “Labyrinth” 1996 für eine zweijährige Ausstellung errichtet worden. Nach einer Verlängerung zerstritt sich Dudek mit Vermieter und Kommune, wurde 2001 aus seiner Werkstatt zwangsgeräumt und blieb lang verschollen. Immer wieder bemühten sich der vormalige CSU-Bürgermeister Josef Klingl und der Gemeinderat, die Beseitigung der massiven Betonkörper zu erreichen. Als die Kommune endlich die Eigentumsrechte erhielt, erneuerte der Rat Januar 2010 mit zehn gegen sieben Stimmen seinen Beschluss, sie binnen zwei Monaten abreißen zu lassen. Darauf startete Joachim Pahlke die “Interessengemeinschaft Herz für Utting” und sammelte mit Unterstützung der Uttinger CSU Unterschriften für den Verbleib. Der Wortlaut des Antrags sorgte am Donnerstag bei manchem Sitzungsbesucher für Schmunzeln: So war von “weltweit einmaliger Farbgestaltung” die Rede; auch habe Dudek “am Material nicht gespart, weil es den Künstler nichts kostete”. Pahlke betonte auch den Symbolcharakter der Skulpturen: So stehe ” Herz” für die Deutsche Einheit, “Labyrinth” für “Irrungen und Wirrungen” und “Ei” für das Leben schlechthin. 
Vor der Ratsdebatte hatte bereits Wolf-Eckart Lüps das Wort in der Bürgersprechstunde ergriffen und die von Pahlke angestoßene Debatte grundsätzlich begrüßt. Doch der Architekt erinnerte daran, dass im Summerpark erst Ausstellungen der “Seer” im Zweijahres-Turnus stattfanden: Ein Wechsel der Kunst dort würde die örtliche Szene “wesentlich mehr befügeln”. Auch im Gemeinderat entspann sich wieder eine kontroverse Debatte: Martina Grunow (FWG) wollte am Beschluss festhalten und gleich einen Bürgerentscheid erreichen, andere hätten die Aussetzung des Beschlusses lieber befristet. Dann aber fand bereits die Formulierung “bis auf weiteres” eine knappe Mehrheit. 
Quelle: Süddeutsche Zeitung

Nr.48, Samstag, den 27. Februar 2010 , Seite 3

Gemeinderat hat auch ein „Herz für Utting“

28. Februar 2010
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Betonkunst Beschluss, Skulpturen zu entfernen, wird ausgesetzt. 478 Unterschriften pro Ei, Herz und Stele

VON STEPHANIE MILLONIG
Utting Herz, Ei und Stelen bleiben stehen - zumindest vorläufig. Der Uttinger Gemeinderat hat am Donnerstagabend mit 8:7 Stimmen befürwortet, den Beschluss die Betonkunstwerke von Bernd Dudek im Summerpark zu entfernen, bis auf Weiteres auszusetzen. Es soll damit Zeit für eine öffentliche Diskussion im Ort über die Betonkunst im Park gegeben werden. Anlass dieses Meinungswandels ist eine Unterschriftenaktion initiiert von Joachim Pahlke, dessen Antrag, die Kunst bestehen zu lassen, in der Sitzung behandelt wurde.  478 Uttinger Bürger haben sich mit ihrer Unterschrift für die drei Skulpturen im Park stark gemacht. Pahlke formuliert in seinem Antrag: „Die weltweit einmalige Parkgestaltung ist farbenfroh, luftig und leicht, trotz des schweren Materials.” Der Antragsteller würde sich auch wünschen, dass wieder wie früher eine Beschriftung das Verständnis für die umgesetzte Idee erhöhe. Vielleicht seien die Schrifttafeln im Bauhof noch vorhanden. 

Pahlke weist auf hochwertige Materialien hin
 
Er verweist im Zusammenhang mit der Frage der Standsicherheit auf hochwertige Materialien, die verwendet worden seien und eine starke Bewehrung. Aufgrund dessen geht Pahlke auch davon aus, dass der Abbau teurer komme als geschätzt, da beim Material nicht gespart worden sei. Auch die Farben seien hochwertig, was ihre noch fortdauernde Leuchtkraft beweise.  Das Labyrinth diene Kindern zum Versteckspielen. Von der Menge der Unterschriften, die ausreichen würden, um ein Bürgerbegehren zu initiieren, zeigten sich die meisten Gemeinderäte beeindruckt. Martina Grunow (FWG) brachte jedoch ein, dass es sehr unterschiedliche Meinungen angesichts der verschiedenen Möglichkeiten gebe in der Bevölkerung. Der eine wolle alle behalten, der nächste alle weghaben, mancher ließe nur das Herz stehen, ein anderer nur das Ei. Sie will keinen Präzedenzfall schaffen und warf die rhetorische Frage in die Mitte, ab wie vielen Unterschriften der Gemeinderat künftig Beschlüsse neu fasse. Grunow plädierte für ein Bürgerbegehren. Auch für Klaus Richter (CSU) wäre dies der richtige Weg: „Es muss von den Bürgern ausgehen, sie müssen den Text wählen.” 

Für die CSU um Horst Schnappinger, Alexander Noll und Karl Sauter sind die 478 Unterschriften ein deutliches Bürgervotum. Auch Helmut Schiller (SPD) empfindet die Zahl als „imposant”, sieht aber bei den Gegnern der Kunstwerke im Park eine gewisse Resignation angesichts der langen Zeit, in der sie dort stehen.

Keine Resignation, sondern eine deutliche Ablehnung der lang währenden Kunstausstellung kam zu Beginn der Sitzung von Architekten Wolf-Eckart Lüps, der sich im Rahmen der Bürgersprechstunde meldete. Er beschrieb die Entstehung des jetzigen Parkes kurz und die damalige Initiative der sich „Gruppe der Seer” nennenden Künstler, die sich für eine Skulpturenausstellung stark gemacht haben. Damals sei die Idee gewesen, alle zwei Jahre eine neue Ausstellung zu machen, mit dieser Intention waren auch die Werke Dudeks aufgestellt worden.  Lüps wünscht sich eine Biennale mit immer wechselnden Werken, die Utting über die Region hinaus bekannt machten. 

Er verwies in dem Zusammenhang auf Weßling und Wasserburg am Inn. Über die Qualität der jetzigen Skulpturen wollte er sich nicht äußern, ihm missfällt jedoch, dass sie „wie Denkmäler” jetzt dort schon seit Jahren stehen.

Landsberger Tagblatt 27./28.02.2010

„Ändert Euer Denken!”

20. Februar 2010
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Aufruf der FWG Utting zur politischen Umkehr beim Politischen Aschermittwoch in Holzhausen 

UTTING.- In seiner Rede zum politischen Aschermittwoch kritisierte Martin Mielke, der 1.Vorsitzende der FWG Utting, vor allem die Richtungslosigkeit und mangelnde Vorausschau in der Gemeindepolitik. Vor rund 50 Anwesenden, darunter zwei Kollegen der SPD, mahnte Mielke vehement Konzepte zur Ortsentwicklung und Gestaltung an, die in der kommunalen Politik als Leitfaden dienen sollten, um langfristig zielorientiertes Handeln zu ermöglichen. Als Gastredner hatte die FWG Hans Köhler, Bürgermeister a. D. und Dozent für Kommunalverwaltung an der Hochschule Nürtingen-Geislingen eingeladen, der die Ortsentwicklung verschiedener Städte und Gemeinden in langjähriger Praxis selbst entscheidend mitgestaltet hat. 

Mit den Worten „er ist da schon gewesen, wo Utting noch hin will”, stellte Martin Mielke den Gastreferenten Hans Köhler vor, der von 1978 bis 1993 der Gemeinde Wendlingen am Neckar als Bürgermeister vorstand. Mit vielen Beispielen aus seiner eigenen Erfahrung als Kommunalpolitiker und Entscheidungsträger illustrierte Köhler die Notwendigkeit einer Ortsentwicklungsplanung, die zwar vom Gesetzgeber nicht verlangt werde aber, wie Köhler sagte, als „Handlungskonzept auf zehn bis fünfzehn Jahre unverzichtbar” sei. „Eine nachhaltige Gemeindeentwicklung”, so Köhler weiter, bedürfe „einer vorausschauenden Planung (…) und Strategie”. Für alle wesentlichen Punkte, wie Wohn- und Arbeitssituation, Bildung, Kinderbetreuung, Sport, Kultur, Verkehrslage, Tourismus und Freizeit müssten, unter Berücksichtigung der demographischen Entwicklung zunächst Visionen ausgebildet werden. Erst aus den für die Gemeinde ermittelten Leitbildern heraus, könnten Ziele benannt und einzelne Prozesse in Gang gesetzt werden. Dies sei zwar ein arbeitsaufwändiges Thema, doch dürfe man diesen Einsatz nicht scheuen und nötigenfalls auch externe Verwaltungs-Dienstleister einbinden. Nur eine vorausschauende Planung ermögliche anspruchsvolle Kommunalpolitik, die wiederum Mut zum Handeln erfordere. Auch den Blick von außen durch Experten oder Planer zuzulassen sei förderlich, denn oft hätte man für eine objektive Beurteilung der eigenen Situation zu wenig Abstand. Der erfahrene Politiker mahnte auch zur Eintracht im Gemeinderat.

 Für geordnete Entwicklung Uttings  Für den politischen Aufbruch in Utting, die Umsetzung der Wahlversprechen und Maßnahmen zur Ortsentwicklung engagierte sich Martin Mielke in seiner Rede. An der Bedeutsamkeit eines planerischen Grundkonzeptes für die Gemeinde Utting ließ der 1. Vorsitzende der FWG keinen Zweifel. Die„ Patchwork-Politik der 1000 isolierten Einzellösungen” müsse, so Mielke, einem„ gesamthaften Ansatz” und einer„ geordneten Entwicklung des Ortes” weichen. Denn„ das Fehlen eines Ortsentwicklungskonzepts”, sagte Mielke weiter, „holt uns bei jeder kommunalpolitischen Frage ein.” Ohne Gesamtkonzept blieben wichtige Gestaltungschancen auch in Zukunft ungenutzt und „Utting wird von anderen entwickelt werden: von Bahnhofs- und Hotelinvestoren, Geothermie- und Mobilfunkbetreibern”. Auch die Haushaltsführung und Finanzpolitik der Gemeinde kritisierte Mielke heftig. Die Verabschiedung des Jahreshaushalts dürfe nicht erst im Mai oder Juni des laufenden Jahres erfolgen, der Verrwaltungs-haushalt solle einmal gründlich auch auf kleinere Ausgaben hin durchforstet werden, denn eine erneute Anhebung der Gewerbe- und oder Grundsteuer sei derzeit kein adäquates Mittel, um die Gemeindekasse zu füllen. Vielmehr gelte es, konkrete Planungen vorbereitet zu haben, um sich zur rechten Zeit staatliche Zuschüsse und Fördermittel sichern zu können. Auch auf die fortgesetzte Diskussion um das geplante Jugendhaus ging er ein. Die Reaktion im Gemeinderat auf den Vorschlag der Freien Wähler, das Jugendhaus am Bahnhof zu errichten, habe „alle Dimensionen einer sachlichen Auseinandersetzung” gesprengt, schilderte Mielke. Die Freien Wähler würden indes „nicht zulassen, dass unsere Jugendlichen pauschal als Säufer und Kiffer diskriminiert und diffamiert werden”, so Mielke weiter. Angesichts der bereits zwei Jahre zurückliegenden Kommunalwahl, frage man sich in den Reihen der FWG, „ob der einst versprochene Politikwechsel überhaupt je ernst gemeint war”, berichtete der 1.Vorsitzende. Generell beschrieb Mielke die Ortspolitik als„ nahtloses Weiter-So”, ein „Treten auf der Stelle”, „Klingl in grün”. Mit einem dringenden Appell schloss er seine Rede und rief dabei die Kollegen im Gemeinderat zum Umdenken auf. Die Hände der FWG seien zur Mitarbeit„ in alle Richtungen ausgestreckt”, sagte Mielke und betonte, er hoffe „auf einen kräftigen Einschlag”, um im nächsten Jahr über „die vielen positiven Dinge, die sich in Utting nach konstruktiver Zusammenarbeit im Gemeinderat entwickelt haben und voran gebracht wurden”, berichten zu können.                                                                         nue. Ammersee Kurier 19. /20. Februar 2010

„Utting dümpelt wie ein antriebsloser Dampfer“

18. Februar 2010
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Holzhausen - Nicht nur in Passau, Straubing und Vilshofen werden die politischen Gegner abgewatscht. Auch die Freie Wählergemeinschaft Utting hat es sich zur Tradition gemacht, beim Fischessen am Aschermittwoch scharfe Kritik zu üben. War es in früheren Jahren Bürgermeister Josef Klingl (CSU), der im Fokus stand, wird jetzt Josef Lutzenberger (GAL) angegangen, den die FWG noch bei der Stichwahl 2008 unterstützt hatten.

„Wir haben als FWG auf einen Politikwechsel in Utting gesetzt. Doch was wir bis heute erfahren, ist ein nahtloses ’Weiter-So’“, meint FWG-Vorsitzender Martin Mielke. Seiner Ansicht nach dümpelt Utting „seit Jahren unverändert wie ein antriebsloser Dampfer auf dem Ammersee herum - ohne Ziel und Richtung!

Mielke wirft Lutzenberger und dem Gemeinderat vor eine „Patchworkpolitik“ zu betreiben und plädiert für einen Ortsentwicklungsplan als Rahmenprogramm, an dem sich gemeindliche Entscheidungen orientieren können.

Das Fehlen eines derartigen Planes hole die Gemeinde immer wieder ein, meint Mielke, und nennt Beispiele: Er empfindet einen Mangel an vorausschauender Grundstückspolitik und kritisiert, dass die Gemeinde eine Fläche an der Maria-Theresia-Straße nicht gekauft hat, ebenso wie den Bahnhof. Mielke vermisst eine Verkehrsentlastung, ein Tourismuskonzept ebenso wie ein Gewerbekonzept. Er will auch bald eine Entscheidung über einen Standort für ein neues Jugendhaus herbeigeführt wissen. Für die FWG bleibt das Areal am Bahnhof die bislang beste Alternative.

Mielke fordert, Haushalt früher zu verabschieden

Um den eigenen Handlungsspielraum ausloten zu können, muss der Gemeinderat nach Mielkes Auffassung viel früher über die finanziellen Rahmenbedingungen Bescheid wissen. Er bemängelt, dass der Haushalt nicht zu Jahresbeginn verabschiedet wird, auch wenn es 2009 gelungen war, im Mai statt im Juni darüber abzustimmen. „Sparen ist in Utting keine Tugend“ - fordert Mielke mehr über Fremdvergaben und Zusammenarbeit der Kommunen nachzudenken.

Kritik bekam auch die CSU ab: Angesichts der Klagen beim CSU-Neujahrsempfang über die finanziellen Nöte der Kommunen erinnerte Mielke daran, dass „wir alle“ das Desaster mit Landesbank und Hypo Alpe Adria mitbezahlen müssten.

Mielke nimmt auch das örtliche CSU-Blatt „Schwarzlicht“ aufs Korn. „Man gewinnt leicht den Eindruck, außer Gänsekot und Betonkunst gäbe es aktuell in Utting keine Themen.“ (smi)
Landsberger tagblatt, 19.02.2010  

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